Schindler und EPFL arbeiten im Bereich nachhaltiges Bauen zusammen
Wie lassen sich Gebäude so planen und bauen, dass weniger Ressourcen benötigt werden, Materialien länger im Einsatz bleiben und Bauteile nach ihrem ersten Lebenszyklus wiederverwendet werden können? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich der neue Schindler Chair in Sustainable Buildings and Regenerative Environments an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL
Lehrstuhlinhaberin ist Professorin Rebecca Hartwell, Materialwissenschaftlerin und Ingenieurin. Ihre Forschung bewegt sich an der Schnittstelle von Materialwissenschaft, Architektur und Bauingenieurwesen. Seit 2026 ist sie Tenure-Track-Assistenzprofessorin an der School of Architecture, Civil and Environmental Engineering (ENAC) der EPFL und leitet das Materials in Transition Laboratory (MATR) auf dem EPFL-Campus in Freiburg.
Materialien länger und intelligenter nutzen
Im Mittelpunkt von Hartwells Forschung steht die Frage, wie Materialien über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg effizienter genutzt werden können. Ihr Team forscht in drei zentralen Bereichen: Es entwickelt digitale Bewertungsinstrumente, die Planung und Rückgewinnung auch unter unsicheren künftigen Rahmenbedingungen unterstützen, erarbeitet effiziente Prüfverfahren und neue Verbindungstechniken, um den Einsatz wiedergewonnener Bauprodukte in grösserem Massstab zu ermöglichen, und untersucht alternative Materialzusammensetzungen – darunter auch kohlenstoffbindende Varianten – sowie geeignete Fertigungsverfahren, um Materialien gezielt für klimaresilientes Bauen zu optimieren. Damit greift der Lehrstuhl eine zentrale Frage auf: Wie lässt sich unsere gebaute Umwelt nachhaltiger gestalten? Gleichzeitig soll er dazu beitragen, wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis zu überführen und den Austausch zwischen Forschung, Industrie und weiteren Beteiligten der Baubranche zu fördern.
«Es ist grossartig, dass wir bereits so früh eine Zusammenarbeit aufbauen können. Ich sehe einige Parallelen zwischen meiner Forschung und der Arbeit von Schindler, beispielsweise bei der Materialauswahl und der Gestaltung von Schnittstellen für langlebige, aus mehreren Komponenten bestehende Produkte. Besonders interessant finde ich auch das Servicemodell von Schindler im Hinblick auf Nachhaltigkeit. Die langfristige Instandhaltung seiner Produkte über Jahrzehnte hinweg ist fester Bestandteil des Geschäftsmodells. Daher ist es nur konsequent, bereits bei der Konstruktion grossen Wert darauf zu legen, dass Komponenten mit kürzerer Lebensdauer gut zugänglich und einfach zu warten sind», sagt Professorin Rebecca Hartwell, Inhaberin des Schindler Chair und Leiterin des Materials in Transition Laboratory.
In Wissen und die Zukunft des Bauens investieren
Mit seinem Engagement an der EPFL möchte Schindler einen Beitrag zu intelligenteren und nachhaltigeren Städten leisten. Dies umfasst nicht nur die Entwicklung nachhaltiger Produkte und Technologien, sondern auch die Förderung von Forschung, Wissensaufbau und Bildung. «Gebäude spielen beim Übergang in eine nachhaltigere Zukunft eine zentrale Rolle. Als Industrieunternehmen wollen wir unserer Verantwortung gerecht werden – nicht nur mit unseren Produkten, sondern auch durch die Förderung von Forschung und Bildung», sagt Francesco Rinaldi, Head R&D der Schindler Group. «Mit dem Schindler Chair wollen wir neue Ansätze unterstützen, die unsere gebaute Umwelt ressourceneffizienter, widerstandsfähiger und nachhaltiger machen.»
Schindler arbeitet bereits in verschiedenen Bereichen mit der EPFL zusammen. Der neue Lehrstuhl vertieft diese Zusammenarbeit und schafft eine langfristige Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie. Die wissenschaftliche Unabhängigkeit bleibt dabei uneingeschränkt gewahrt. Schindler verspricht sich von der Zusammenarbeit neue Erkenntnisse darüber, wie sich Gebäude und urbane Räume in den kommenden Jahrzehnten entwickeln werden. Zugleich ermöglicht die Partnerschaft den Austausch mit Forschenden und Studierenden und eröffnet Möglichkeiten für künftige gemeinsame Projekte.
«Die EPFL zählt weltweit zu den führenden Hochschulen in Wissenschaft, Technologie und Innovation. Für uns ist diese Partnerschaft besonders wertvoll, weil sie wissenschaftliche Kompetenz mit den Herausforderungen der Praxis verbindet», sagt Rinaldi. «Als Ingenieur macht es mich persönlich stolz, dass der Name Schindler mit einem Lehrstuhl an einer der renommiertesten Hochschulen der Schweiz verbunden ist. Wir investieren nicht nur in Technologie, sondern auch in Menschen, Wissen und die Zukunft der gebauten Umwelt.»
Forschung mit Wirkung über die Wissenschaft hinaus
Mit dem Schindler Chair setzt sich die EPFL an ihrem Standort Freiburg langfristig für die Zukunft des Bauens ein. Der Campus vereint Fachwissen aus Architektur, Ingenieurwesen und Nachhaltigkeitsforschung mit dem Ziel, interdisziplinäre Lösungen für die ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen im Bau- und Gebäudesektor zu entwickeln.
Für Hartwell ist dabei die Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg entscheidend. Neben der Entwicklung neuer Materialien und Methoden arbeitet das Labor deshalb mit Partnern aus Industrie und öffentlichem Sektor zusammen, um Forschungsergebnisse in der Praxis zu überprüfen und ihre Anwendung voranzutreiben.